Johannes Brahms
(1833-1897)

Sonate für Klavier und Violoncello e-Moll op. 38


Im 19. Jahrhundert eroberte sich die deutsche Musik ein Terrain, auf dessen Fundamenten sich bis heute der gesamte bürgerliche Musikbetrieb tummelt. Die Fundamente wurden gelegt durch das öffentliche Konzertwesen mit vielen städtischen Zentren, durch Verlage, die neue Werke herausgaben und sie auch für den Hausgebrauch einrichteten, Zeitschriften, Fachjournale, die über musikalische Ereignisse berichteten, Kritiken publizierten und Kämpfe zwischen Musik-Parteien öffentlich austrugen.
Die Auseinandersetzungen über die Musik Wagners und Brahms', die die Wagnerianer und die Brahminen in Gang setzten, bieten bis zu den Entgleißungen Hugo Wolfs ein lebhaftes Bild von der damaligen ästhetischen Rangelei über die Standortbestimmung der Musik des 19. Jahrhunderts: Inhaltsästhetik contra Formästhetik, Formlosigkeit contra Form, Programmusik contra absolute Musik, Progressivität contra Konservatismus. In dieser Debatte griffen Wagner, Liszt und ihre zahlreichen Jünger zur spitzen Feder, um die "Zukunftsmusik" zu propagieren, gegen die Eduard Hanslick aus Wien wetterte, der den progressiven sogenannten "Neudeutschen" sein Bild von Brahms entgegenhielt.

Christine Mitlehner
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