Johannes Brahms
(1833-1897)

Sonate für Klavier Nr. 3 f-Moll op.5



Nach einer für ihn wunderbaren Rheinreise betrat Brahms am 30. September 1853 die Wohnung Robert und Clara Schumanns - der Beginn seiner Karriere als einer der großen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Am 2. November 1853 spielte er im Hause Schumann seine f-Moll-Sonate vor, Clara Schumann führte das Andante und Scherzo am 23. Oktober 1854 im Leipziger Gewandhaus auf; die ganze Sonate erlebte ihre Uraufführung Anfang Dezember in Magdeburg.
Brahms komponierte den 1., 3. und 5. Satz im Oktober 1853 - sozusagen im Dunstkreis der Schumanns, die Sätze 2 und 4 sollen während seiner Rheinreise (wenn nicht sogar früher) entstanden sein, weshalb es sich verbietet, die Sätze bereits als heimliche Liebeserklärung an Clara Schumann zu deuten.
Über das Andante espressivo setzte Brahms als "Motto" folgende Verse des Dichters Sternau:

Der Abend dämmert, das Mondlicht scheint,
Da sind zwei Herzen in Liebe vereint
Und halten sich selig umfangen

Christine Mitlehner
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