Johannes Brahms
(1833-1897)

An eine Äolsharfe op. 19/5
Auf dem Kirchhofe op. 105/4
Herbstgefühl op. 48/7
Herbstgefühl op. 48/7
Dein blaues Auge op. 59/8
u. a.



"Im Schein des Bekannten", schrieb 1785 Johann Abraham Peter Schulz, liege "das ganze Geheimnis des Volkstons." Es war das Geheimnis eines Musikers, dessen "Abendlied" zu Matthias Claudius' Text "Der Mond ist aufgegangen" von der Mit- und Nachwelt vielfach für ein Volkslied gehalten wurde und wird. Es war aber auch das Credo einer Liedästhetik, die bis weit ins 19. Jahrhundert gültig blieb. Brahms eignete sich das, was Schulz als "Volkston" bezeichnete, über Umwege an. Im Gegensatz zu Schubert etwa, der als Kind der Wiener Vorstadt mit der Volksmusik der Donaumetropole aufgewachsen war und ihren spezifischen "Ton" gewissermaßen unbewußt in viele seiner Lieder einarbeitete, musste sich der am Bach'schen Kontrapunkt geschulte Hamburger Bürgersohn Brahms erst auf die Wurzeln des Liedhaften zurückbesinnen. Die im 19. Jahrhundert zahlreich erscheinenden Volksliedsammlungen waren dem Komponisten eine hilfreiche Quelle.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 8664
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