Johannes Brahms
(1833-1897)

Trio für Violine, Violoncello und Klavier H-Dur op. 8


Das H-Dur-Trio ist das erste Kammermusikwerk, das Brahms 1854 aus akutem Geldmangel an den Leipziger Verleger Breitkopf und Härtel verkaufte. Er tat dies gegen besseres Wissen: "Das Trio hätte ich gern noch behalten, da ich jedenfalls später daran geändert hätte", schrieb der Komponist im selben Jahr an seinen Freund Joseph Joachim. Denn das Trio hatte mit einer Spieldauer von fast einer Stunde symphonische Ausmaße angenommen, war formal (u.a. mit einer Fuge im ersten Satz und zahlreichen, nicht ausgeführten Seitenthemen) unübersichtlich geraten, spieltechnisch mit "unnützen Schwierigkeiten" (Brahms) überfrachtet worden. 1888, bevor der Verleger Fritz Simrock alle bis dato erschienenen Kompositionen Brahms' aufkaufte und neu drucken ließ, nutzte der Komponist die Gelegenheit, das Trio einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 2859

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