Quartett für Klavier, Violine, Viola und
Violoncello c-Moll op. 60
Als Brahms das Manuskript an seinen Freund Theodor
Billroth am 23. Oktober 1874 schickte, schrieb er dazu: "Das Quartett
wird bloß als Kuriosum mitgeteilt! Etwa eine Illustration zum letzten
Kapitel vom Mann im blauen Frack und gelber Weste" .
Da es in Goethes Roman "Werthers Leiden" am Schluß heißt,
"er lag gegen das Fenster entkräftet auf dem Rücken, war in völliger
Kleidung, gestiefelt im blauen Frack mit gelber Weste", wird in der Sekundärliteratur
das Quartett gern als Ausdruck seines Werther-Traumas, seiner jugendlichen Liebe
zu Clara Schumann, gesehen.
1855/56 schrieb der 22jährige Brahms ein Quartett cis-Moll, das er zwanzig
Jahre später wieder aufgriff und umarbeitete.
Christine Mitlehner
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