Johannes Brahms
(1833-1897)

Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Bratsche und Violoncello h-moll op.115



Die Kinder erkennen sie sofort, wenn sie auf Samtpfötchen sich dem Vogel nähert: die Katze in Prokofieffs "Peter und der Wolf". Ihr musikalisches Thema wird von der Klarinette vorgetragen. Die Amerikaner jubelten, als Ross Gorman die Rhapsody in Blue mit einem Klarinettenglissando einleitete. Alle Klarinettisten der Welt machten es ihm später nach. Und wer hat ihn nicht irgendwann einmal gehört , den legendären Champion des Jazz und des Swing - Benny Goodman -, der auch die klassische Klarinette zu spielen verstand. Die Klarinette, ein junges Instrument, hat sich ihren Platz in der Konzertliteratur erobert - dank ihrer Liebhaber unter den Komponisten, dank ihrer Spieler.
Gehen wir in der Zeit zurück, treffen wir auf einen Klarinettisten, dessem Können wir nicht nur ein Werk der Weltliteratur verdanken: Richard Mühlfeld (1856-1907). Brahms liebte sein Spiel, bezeichnete ihn als "Nachtigall des Orchesters" und hatte ihn im Ohr, als er seine Werke für Klarinette schrieb. Mühlfeld machte seinerseits auf zahlreichen Konzertreisen Brahms' Kammermusikwerke bekannt. Am 12. Dezember 1891 führte er in der Berliner Singakademie gemeinsam mit dem Joachimquartett das Quintett und das Klarinettentrio op.114 mit außerordentlichem Erfolg auf.


Christine Mitlehner
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