Johannes Brahms
(1833-1897)

Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98


In Hugo Wolfs despektierlicher Kritik zu Brahms' Vierter Symphonie (komponiert 1884/85) steht der Satz: "Die Kunst, ohne Einfälle zu komponieren, hat entschieden in Brahms ihren würdigsten Vertreter gefunden." Zieht man einmal die Polemik ab und deutet die Aussage als Charakteristik, so macht Wolfs Beobachtung zumindest auf einen Aspekt Brahmsscher Kompositionsweise aufmerksam. Es ist oben angedeutet worden, dass Brahms' Musik bisweilen den Eindruck vermittelt, sie sende ihre Melodien aus der Tiefe des Tongefüges an die Oberfläche, anstatt umgekehrt dem melodischen Einfall Tiefenschichten abzugewinnen. Ein Beispiel dafür liefert der Beginn der Vierten Symphonie.

Ralf Pleger
Zeichen 10606

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ulrich Lenz lieferbar
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