Johannes Brahms
(1833-1897)

Sonate Es-Dur op.120 Nr.2
für Klarinette und Klavier


In ihrer Eigenschaft, gesuchte Aspekte oberflächlich zu vereinen, stellen sich Klischees gern vor die Sache, vor die Person und vor das Werk - womöglich nötigen sie dem Rezipienten beim Zugang zur Musik manchen Umweg ab. Immerhin vermag das Drastische vieler klischeehafter Bilder einen prüfenden Blick herauszufordern, und oftmals erweisen sie sich dann als sinnlose Behinderung eines unbefangenen Kunstgenusses. Das Wort "Brahms" kann uns z. B. ein durch individuelle Erfahrungen geprägtes "Brahms-Bild" suggerieren: Dazu gehören Brahms als Person, eine bestimmte bildhafte Vorstellung von seiner äußeren Erscheinung (z. B. Altersbild oder Jugendbild?), seine Charakterzüge, seine Klischees; dazu gehören die Brahmssche Musik, ihre Klangvorstellung, ihr Charakter, ihre Klischees.

Ralf Pleger
Zeichen 7622

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Carsten Niemann lieferbar
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