Alexander Borodin
(1833-1887)

Streichquartett Nr. 2 D-Dur


"Vor der Begegnung mit mir hielt er sich lediglich für einen Dilettanten und maß seinen Kompositionsübungen keinerlei Bedeutung bei. Mir scheint, dass ich der erste war, der ihm sagte, dass seine wirkliche Berufung das Komponieren ist", berichtete der russische Komponist Mili Balakirew dem Freund Wladimir Wassiljewitsch Stassow, einem der einflussreichsten Musikkritiker seiner Zeit und engagierten Förderer des "Mächtigen Häufleins". Er sprach von Alexander Borodin, den er an einem der gesellschaftlichen Abende des bekannten russischen Mediziners und Professors der Medico-Chirurgischen Akademie, Sergej Petrowitsch Botkin, im Winter 1862 kennen gelernt hatte. Balakirew traf Borodin deswegen dort, weil jener als anerkannter promovierter Chemiker und Arzt gerade seine Stelle an der Akademie angetreten hatte, wo er als Professor bis zu seinem Lebensende wirken sollte.
Rimski-Korsakow äußert sich gegenüber Semjon Kruglikow am 5. Dezember 1881 mit interesselosem Wohlwollen: "Borodin hat in diesem Sommer ein zweites Quartett geschrieben - ganz nett, aber nichts Umwerfendes."
Es gilt festzuhalten, dass Borodins Streichquartette neben denen Tschaikowskys zu den ersten Werken dieses Genres in der russischen Musik gehören.

Christine Mitlehner
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