Konzert für Violoncello und Orchester G-Dur G 480
Dass der 1742 in Lucca geborene Luigi Boccherini ungefähr
400 Werke geschrieben hat, wird meist ebenso vergessen wie sein nicht geringer
Einfluss auf Wolfgang Amadeus Mozart oder die Tatsache, dass Boccherini - unabhängig
von Joseph Haydn - massgeblich an der Entwicklung des Streichquartetts beteiligt
war. Dass er darüber hinaus einer der ersten Virtuosen auf dem seinerzeit
noch recht jungen Violoncello war, ist heute meist nur Interpreten auf diesem
Instrument und Musikwissenschaftlern bekannt.
Sein Debüt als Cellist gab Boccherini als Dreizehnjähriger. Nach Studien
in Rom und einer ersten Anstellung im Opernorchester seiner Heimatstadt begab
er sich ab 1767 auf ausgedehnte Konzertreisen innerhalb Europas. Auch Friedrich
Wilhelm II. schätzte Boccherini besonders und ernannte ihn 1787 zum preußischen
"Hofcompositeur". Bis 1797 schrieb Boccherini ausschließlich
Musik für den Cello spielenden König, durfte seinen Hauptwohnsitz
aber in Spanien belassen, wo er 1805 im Alter von 62 Jahren starb.
Das Violoncellokonzert G-Dur G 480 ist das dritte von insgesamt vier Konzerten,
die Boccherini 1770 während eines Aufenthaltes in Paris veröffentlichte.
Mark Schulze Steinen
Zeichen 2793