Boris Blacher
(1903-1975)

Vier Ornamente für Violine und Klavier
ad libitium (1969)


Die "Vier Ornamente für Violine und Klavier ad libitum" (1969) sind ein Werk, das die Grundzüge der Blacherschen Musik deutlich widerspiegelt. Den Titel "Ornamente" verwendete Blacher schon Jahre zuvor als Bezeichnung für seine "Sieben Studien über variable Metren für Klavier" (1950) und für das "Orchester-Ornament (1953).
Jeder Satz der "Vier Ornamente für Violine und Klavier ad libitum" hat einen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Der erste Satz (Moderato) mit seinen weit gespannten Intervallen und seiner rhythmischen Vielgestaltigkeit zeigt einen nahezu improvisatorischen Charakter. Im Gegensatz dazu steht das folgende Presto. Geprägt wird es von einem immer wiederkehrenden Viertonmotiv und von jener Art des rhythmischen Ablaufs, den Blacher als "Variable Metren" bezeichnet. Nicht zuletzt erhält der zweite Satz seine besondere witzige Note dadurch, dass er durchgehend pizzicato gespielt wird. Der dritte Satz (Moderato) ist auf den konsequenten Wechsel 3/8- und 4/8-Takt aufgebaut und erhält seine Eigenart auch durch den durchweg nur Flageolett-Töne verwendenden Violinpart. Die rhythmische Struktur des letzten Satzes (Allegro molto) unterscheidet sich wiederum deutlich von den vorangegangenen Sätzen. Durchweg im 2/4-Takt gehalten, bewegt sich die Violine von Anfang bis Ende ausschließlich in Sechzehnteln, was diesem Finale den Charakter eines Perpetuum mobiles verleiht.
Gewidmet ist das Werk seinen ersten Interpreten: Christiane Edinger und Gerhard Puchelt.

Walter Rösler
Zeichen 7128

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