Vier Ornamente für Violine und Klavier
ad libitium (1969)
Die "Vier Ornamente für Violine und Klavier
ad libitum" (1969) sind ein Werk, das die Grundzüge der Blacherschen
Musik deutlich widerspiegelt. Den Titel "Ornamente" verwendete Blacher
schon Jahre zuvor als Bezeichnung für seine "Sieben Studien über
variable Metren für Klavier" (1950) und für das "Orchester-Ornament
(1953).
Jeder Satz der "Vier Ornamente für Violine und Klavier ad libitum"
hat einen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Der erste Satz (Moderato) mit
seinen weit gespannten Intervallen und seiner rhythmischen Vielgestaltigkeit
zeigt einen nahezu improvisatorischen Charakter. Im Gegensatz dazu steht das
folgende Presto. Geprägt wird es von einem immer wiederkehrenden Viertonmotiv
und von jener Art des rhythmischen Ablaufs, den Blacher als "Variable Metren"
bezeichnet. Nicht zuletzt erhält der zweite Satz seine besondere witzige
Note dadurch, dass er durchgehend pizzicato gespielt wird. Der dritte Satz (Moderato)
ist auf den konsequenten Wechsel 3/8- und 4/8-Takt aufgebaut und erhält
seine Eigenart auch durch den durchweg nur Flageolett-Töne verwendenden
Violinpart. Die rhythmische Struktur des letzten Satzes (Allegro molto) unterscheidet
sich wiederum deutlich von den vorangegangenen Sätzen. Durchweg im 2/4-Takt
gehalten, bewegt sich die Violine von Anfang bis Ende ausschließlich in
Sechzehnteln, was diesem Finale den Charakter eines Perpetuum mobiles verleiht.
Gewidmet ist das Werk seinen ersten Interpreten: Christiane Edinger und Gerhard
Puchelt.
Walter Rösler
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