Roméo et Juliette
Symphonie dramatique op. 17
Nach der Symphonie fantastique und Harold en Italie gelang Berlioz mit Roméo et Juliette ein Werk, das heute nicht nur als zentrales musikalisches Dokument des romantischen Shakespeare-Rezeption in Frankreich gilt, sondern auch kompositorisch Berlioz' gattungsüberspannendes Denken und seine Vision eines integralen, synästhetischen Kunstwerks genuin zum Ausdruck bringt. Die weitgehende Verballhornung und Trivialisierung des Shakespearschen Dramas durch den (mittelmäßigen) Librettisten Émile Deschamps ist demgegenüber sekundär.
Wolfgang Rathert
Zeichen 3341