Alban Berg
(1885-1935)
Violinkonzert (1935)
Dem Andenken eines Engels
Ich höre mit Freuden, daß Sie
über den Sommer in Europa bleiben und arbeiten wollen. Da ich ab Mai am
Wörthersee (schräg vis-a-vis von Pörtschach, wo das Violinkonzert
von Brahms entstanden ist) "unser" Violinkonzert komponieren werde
(wofür ich schon allerhand Vorarbeit geleistet habe), können wir vielleicht
auch in der Zeit der Entstehung dieses Werkes in Kontakt bleiben. (Alban
Berg an den amerikanischen Geiger Louis Krasner, der ihm den Auftrag zu einem
Violinkonzert gegeben hatte, am 28. März 1935 )
Kurz danach löste ein katastrophales Ereignis den entscheidenden Schaffensimpuls
aus: Manon Gropius, die neunzehnjährige, von dem Ehepaar Berg innig geliebte
Tochter von Alma Maria Mahler, starb plötzlich am 22.April an einer Lähmung
des Zentralnervensystems.
Im Gedenken an ihren Tod komponierte Berg in einem vorher noch nie gekannten
fieberhaften Tempo sein Violinkonzert, das er am 23. Juli im Particell und am
11. August in der Partiturreinschrift vollendete.
Analyse aus dem Vorwort zur Philharmonia Partitur
Nr. 426 in der Universal Edition Wien -London
Briefdokumente
Zeichen 10718