Alban Berg
(1885-1935)

Lyrische Suite (1925/26)



Auf Anfrage des Kolisch-Quartetts, das die Lyrische Suite am 8. Dezember 1927 in Wien uraufführte, schrieb der Komponist eine kurze Analyse des Werkes: In ihr wies Berg darauf hin, daß die Sätze 1, 3 und 6 sowie die Trios des Sätze 3 und 5 streng zwölftönig komponiert seien, die übrigen hingegen frei atonal. Der Komponist machte auch darauf aufmerksam, daß dem gesamten Werk eine Reihe zugrunde liege, die sich "durch Umstellung einiger Töne" jedoch verändert. Außerdem betonte Berg, daß "jeweils ein Bestandteil (1 Thema oder 1 Reihe, 1 Stück oder 1 Idee) in den folgenden Satz hinübergenommen wird und der letzte wiederum auf den 1. zurückgreift:" Die zahlreichen Permutationen, welche die Grundreihe der Lyrischen Suite durch diese kompositorischen Maßnahmen erfährt, beschrieb Berg mit einer Formel, die zunächst dazu verleitet, auf die biographischen Hintergründe der Komposition bezogen zu werden, letzten Endes aber doch ziemlich pauschal anmutet: "Schicksal erleidend."

Mark Schulze Steinen
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