Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Sonate für Violine und Klavier c-Moll op. 30, Nr. 2


Eines der hartnäckigsten Klischees der Beethoven-Literatur ist die weit verbreitete Ansicht, c-Moll sei die "tragische" Tonart des Komponisten. Nachdem Beethoven über das Kopfmotiv seiner 5. Sinfonie op. 67 gesagt haben soll, "so klopft das Schicksal an die Pforten", und der Klaviersonate op. 13 den Beinamen Pathetique geben ließ, hat die Nachwelt aus unzähligen Beethoven'schen Notenzeilen, denen der Komponist drei b's vorangestellt hat, Tragisches, Pathetisches oder Schicksalhaftes herausgelesen. Doch nicht selten führt diese vorschnelle, weil nicht auf einem individuellen Höreindruck basierende Interpretation in die Irre. Zu jenen Kompositionen, in denen Beethoven ein eher geheimnisvoll verhangenes denn düsteres c-Moll als Hintergrund für das Spiel mit helleren harmonischen Farben einsetzt, gehört die Sonate für Violine und Klavier op. 30, Nr. 2, die der Komponist zusammen mit zwei anderen Werken für die gleiche Besetzung 1803 veröffentlichte.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 2603

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