Sonate für Klavier und Violine a-Moll op. 23
Dass man Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier und Violine a-Moll op. 23 "nicht oft hört", wusste Ferdinand Ries, ein Klavierschüler des Komponisten, schon 1803 zu berichten. Beethoven hatte das Werk im Oktober 1801 zusammen mit einer anderen Komposition in F-Dur für dieselbe Besetzung veröffentlicht - und unter der gemeinsamen Opuszahl 23. Erst als ein Jahr später beide Sonaten in Einzelausgaben erschienen, wurde jene in F-Dur als Beethovens Opus 24 gezählt. Unter dem nicht auf Beethoven zurückgehenden Beinamen Frühlingssonate eroberte sie sich schon bald die Herzen von Geigern und Publikum und gehört bis heute zu den meist gespielten Violinsonaten Beethovens. Die a-Moll-Sonate zog hingegen den kürzeren: Sie steht nach wie vor im Schatten ihres Schwesterwerkes und wird weitaus seltener aufgeführt. Durchaus zu Unrecht! Denn zweifellos stellt sie ein gleichberechtigtes Gegenstück zur F-Dur-Sonate dar und legt Zeugnis von Beethovens vielschichtiger Auseinandersetzung mit der Gattung der klavierbegleiteten Violinsonate ab.
Mark Schulze Steinen
Zeichen 4005