Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Zwölf Variationen F-Dur op. 66
über "Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts "Zauberflöte"
(erschienen 1798)
für Klavier und Violoncello


1796 brach Beethoven zu einer Konzertreise auf, die ihn über Prag nach Berlin führte. Dort beherrschte die Singakademie als eine bedeutende bürgerliche Institution das musikalische Parkett, auf dem Beethoven als Klavier-Improvisator auftrat. Auch der musikliebende preußische König Friedrich Wilhelm II., ein passionierter Cellospieler, wollte sich die persönliche Bekanntschaft mit dem Komponisten nicht entgehen lassen. Er lud ihn zu sich, und ihm ist es offenbar zu verdanken, dass sich Beethoven erstmalig der Komposition von Cellosonaten zuwandte. Ihm widmete der Komponist seine Opera 5, Nr. 1 und 2, Werke, die er gleich vor Ort mit dem Cellisten und Lehrer des Königs, Jean-Pierre Duport, vortrug. Als Dank erhielt er vom König zum Abschied eine mit Geld gefüllte goldene Schnupftabackdose.
Ungefähr in diesem Zeitraum entstanden wohl auch die zwölf Variationen über die Papageno-Arie aus Mozarts "Zauberflöte". Es ist nicht bekannt, für wen oder welchen Zweck Beethoven diese Variationen geschrieben hat, das Autograph ist verschollen und die Opus-Zahl irreführend. 1798 wurde das Werk in Wien ohne Opuszahl veröffentlicht; wie "die Variationen zur Opuszahl 66 kommen, ist rätselhaft, da sie zu den frühesten Kompositionen unseres Meisters zählen", wunderte sich schon Beethovens Biograph Schindler.

Christine Mitlehner
Zeichen 2968

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