Zwölf Variationen F-Dur op.
66
über "Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts "Zauberflöte"
(erschienen 1798)
für Klavier und Violoncello
1796 brach Beethoven zu einer Konzertreise auf, die ihn
über Prag nach Berlin führte. Dort beherrschte die Singakademie als
eine bedeutende bürgerliche Institution das musikalische Parkett, auf dem
Beethoven als Klavier-Improvisator auftrat. Auch der musikliebende preußische
König Friedrich Wilhelm II., ein passionierter Cellospieler, wollte sich
die persönliche Bekanntschaft mit dem Komponisten nicht entgehen lassen.
Er lud ihn zu sich, und ihm ist es offenbar zu verdanken, dass sich Beethoven
erstmalig der Komposition von Cellosonaten zuwandte. Ihm widmete der Komponist
seine Opera 5, Nr. 1 und 2, Werke, die er gleich vor Ort mit dem Cellisten und
Lehrer des Königs, Jean-Pierre Duport, vortrug. Als Dank erhielt er vom
König zum Abschied eine mit Geld gefüllte goldene Schnupftabackdose.
Ungefähr in diesem Zeitraum entstanden wohl auch die zwölf Variationen
über die Papageno-Arie aus Mozarts "Zauberflöte". Es ist
nicht bekannt, für wen oder welchen Zweck Beethoven diese Variationen geschrieben
hat, das Autograph ist verschollen und die Opus-Zahl irreführend. 1798
wurde das Werk in Wien ohne Opuszahl veröffentlicht; wie "die Variationen
zur Opuszahl 66 kommen, ist rätselhaft, da sie zu den frühesten Kompositionen
unseres Meisters zählen", wunderte sich schon Beethovens Biograph
Schindler.
Christine Mitlehner
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