Sonate F-Dur op. 5 Nr. 1
für Klavier und Violoncello
Es war der musikalischen Begabung des Kronprinzen und
späteren Königs Friedrich Wilhelm II. zu verdanken, dass man am Potsdamer
Hof Ende des 18. Jahrhunderts eine Reihe der bedeutendsten Cellisten ihrer Zeit
beschäftigte. Während sein Onkel und Amtsvorgänger Friedrich
der Große in seiner Freizeit die Flöte blies, war Friedrich Wilhelm
ein passionierter Cellospieler, zu dessen Lieblingsbeschäftigungen es gehörte,
mit Mitgliedern der Hofkapelle Quartett zu spielen. Solistische Aufgaben überließ
der königliche Cellist lieber seinen Musikern - unter ihnen Luigi Boccherini,
der ab 1787 auch preußischer Hofcompositeur war, sowie die aus Paris stammenden
Brüder Louis und Pierre Duport.
Mit welchem der beiden Duport-Brüder Ludwig van Beethoven seine Friedrich
Wilhelm II. gewidmeten Cellosonaten op. 5 anlässlich eines Berlin-Besuchs
im Sommer 1796 aus der Taufe hob, ist ungewiss. Außer Frage steht aber,
dass er dem Cellisten ausreichend Gelegenheit bot, seine spieltechnischen Fertigkeiten
zur Schau zu tragen. Die Cellosonaten op. 5 wurden später unter dem Titel
"Deux Grandes Sonates pour Le Clavecin ou Pianoforte / avec un violoncell
obligé" angekündigt - eine seinerzeit nicht unübliche
Bezeichnung, die freilich darüber hinwegtäuscht, dass Beethovens Musik
"auf der vollen Partnerschaft der beiden Instrumentalisten" beruht
(Alexander L. Ringer).
Mark Schulze Steinen
Zeichen 2282