Sinfonie Nr. 9 d-moll, op. 125
Nicht nur das Chorfinale, sondern auch die ungeheuren
Dimensionen der ersten drei Sätze zeugen von einem monumentalen Werk, das
zu seiner Zeit einzigartig war. Die Nachwelt hat die Sonderstellung des Werkes
und des Komponisten anerkannt. Mit dem Tod Beethovens fand der Begriff des "Denkmals"
Eingang in die Sprache des Musikfeuilletons. Erstmals wurde das Gesamtwerk eines
Komponisten als epochenübergreifend bewahrenswert anerkannt.
Die Themen Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit, also die Stellung des
Menschen in seinem sozialen Umfeld, werden von Beethoven in seiner 9. Sinfonie
wieder aufgegriffen. Sie haben ihn zeit seines Lebens beeinflußt, das
ist an zahlreichen Werken ablesbar. So nimmt z.B. die Zeile "wer ein holdes
Weib errungen" aus dem Sinfonie-Finale direkt Bezug auf den Schlußchor
der Oper Leonore ("Wer ein holdes Weib errungen, stimm' in unsern Jubel
ein").
Tilman Schlömp
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