Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Als Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie zum ersten Mal
erklang, befand sich Europa in einer Phase des politischen Umbruchs: Die Völkerschlacht
bei Leipzig hatte zwei Monate zuvor Napoleons Niedergang eingeleitet, der mit
der Schlacht bei Waterloo ein halbes Jahr später besiegelt werden und auf
dem Wiener Kongress dann zur politischen Neuordnung Europas führen sollte.
Euphorie und Aufbruchstimmung bildeten also die Rahmenbedingungen, unter denen
Beethovens 7. Sinfonie am 8. Dezember 1813 in Wien uraufgeführt wurde -
bezeichnenderweise zusammen mit dem berühmt-berüchtigten Opus 91 des
Komponisten: einem sinfonischen Schlachtengemälde mit dem Titel "Wellingtons
Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria", das einer weiteren militärischen
Niederlage der napoleonischen Truppen aus jüngster Zeit ein säbelrasselndes
und kanonendonnerndes musikalisches Denkmal setzte.
Dass Beethovens 7. Sinfonie in diesem Zusammenhang von Kommentatoren als "militärisch"
charakterisiert wurde, überrascht nicht, wurde aber durch die enorme Spannbreite
anderer und grundsätzlich divergenter Deutungen des Werkes schon bald in
Frage gestellt. So bezeichnete Richard Wagner die 7. Sinfonie als eine "Apotheose
des Tanzes", während Robert Schumann eine Interpretation als musikalische
Schilderung einer Hochzeitsfeier für durchaus plausibel hielt. Bei dem
Versuch, sie in einen Kontext zu anderen Sinfonien Beethovens zu stellen, hat
man die Komposition auch als Gegenstück zur "Eroica" oder als
"zweite Pastorale" hören wollen.
Mark Schulze Steinen
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine
Mitlehner lieferbar
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