Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92


Als Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie zum ersten Mal erklang, befand sich Europa in einer Phase des politischen Umbruchs: Die Völkerschlacht bei Leipzig hatte zwei Monate zuvor Napoleons Niedergang eingeleitet, der mit der Schlacht bei Waterloo ein halbes Jahr später besiegelt werden und auf dem Wiener Kongress dann zur politischen Neuordnung Europas führen sollte. Euphorie und Aufbruchstimmung bildeten also die Rahmenbedingungen, unter denen Beethovens 7. Sinfonie am 8. Dezember 1813 in Wien uraufgeführt wurde - bezeichnenderweise zusammen mit dem berühmt-berüchtigten Opus 91 des Komponisten: einem sinfonischen Schlachtengemälde mit dem Titel "Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria", das einer weiteren militärischen Niederlage der napoleonischen Truppen aus jüngster Zeit ein säbelrasselndes und kanonendonnerndes musikalisches Denkmal setzte.
Dass Beethovens 7. Sinfonie in diesem Zusammenhang von Kommentatoren als "militärisch" charakterisiert wurde, überrascht nicht, wurde aber durch die enorme Spannbreite anderer und grundsätzlich divergenter Deutungen des Werkes schon bald in Frage gestellt. So bezeichnete Richard Wagner die 7. Sinfonie als eine "Apotheose des Tanzes", während Robert Schumann eine Interpretation als musikalische Schilderung einer Hochzeitsfeier für durchaus plausibel hielt. Bei dem Versuch, sie in einen Kontext zu anderen Sinfonien Beethovens zu stellen, hat man die Komposition auch als Gegenstück zur "Eroica" oder als "zweite Pastorale" hören wollen.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 6997

Informationen zu musiktext.de Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar