Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92


"Eine Apotheose des Tanzes" nannte Wagner die 7.Symphonie, andere sahen in ihr eine Apotheose der Ideale der Französischen Revolution.
Sie wurde im Rahmen einer Musikalischen Akademie am 8. Dezember 1813 zusammen mit Beethovens Schlachtengemälde "Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria" in der Aula der Wiener Universität unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt.
Daß das geschriebene Wort über Musik sowohl geißelnde Peitsche als auch stützende Hörkrücke ist, haben wir schon öfter erfahren. Was sich die Musikexperten alles zur 7. Sinfonie von Beethoven einfallen ließen, hat Albrecht Riethmüller in dankenswerter Form zusammengefaßt und einer ironischen Darstellung unterworfen. Da ist zunächst einmal Richard Wagners Ausspruch, der die 7. Sinfonie als "Apotheose des Tanzes" charakterisiert, als "die seligste Tat der in Tönen gleichsam idealisch verkörperten Leibesbewegung", und auch Robert Schumann fühlte sich durch ihr Finale "etwa" in einen Tanzsaal geführt. Dagegen setzte Arnold Schmitz seine Ansicht, die Sinfonie sei "in Wahrheit" eine "Apotheose des Marsches". In Anlehnung an Schmitz verwies im Jahre 1974 Harry Goldschmidt auf die "kontaminierende Rolle des Rhythmus, seine dithyrambische Ausdrucksgewalt" in der "politischen Konzeption dieser patriotischen Sinfonie", um in plattester Form folgenden Magerquark breitzutreten: "Jedermann weiß, was Rhythmus vermag. Sollte es ausgerechnet Beethoven entgangen sein? Der Sinn war ganz eindeutig und programmatisch: Aktivierung, Appell. - ".

Christine Mitlehner
Zeichen 4799
Informationen zu musiktext.de

Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar