Schottische Lieder op. 108
Die Begeisterung für die eigene Volksmusik
hat auf den traditionsbewußten britischen Inseln früher und stärker
eingesetzt, als auf dem Kontinent. Schon vor der Mitte des 18. Jahrhunderts
erregten etwa einige walisische Harfenspieler mit dem Vortrag von Volksliedern
ihrer Heimat die Aufmerksamkeit der Londoner Musikszene. Einfachheit, Unmittelbarkeit,
Erhabenheit, "Natur": vieles, was man von einer Kunst forderte, die
sich dem aristokratischen Prunk der Barockzeit entgegenstellen sollte, meinte
man in der Volksdichtung und im Volkslied zu finden. Angeheizt wurde die Neugier
auf alles Schottische im übrigen von einer Fälschung: den Ossianschen
Gesängen.
Carsten Niemann
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