Streichquartett a-Moll op. 132
"Das Gegeneinander von Konfessionskampf,
absolutistischem Staat, ständisch-bürgerlichem Gemeinwesen, die Rivalität
der europäischen Staaten, die Nicht-Einheit der herrschenden Gewalten ermöglichten
die Entstehung der Aufklärung" (Thomas Nipperdey). Rationalisierung,
Säkularisierung und Individualisierung führten in die bürgerliche
öffentliche Musikkultur mit ihren Konzerten, Opern, den Musikverlagen und
der Presse. Die Generalbaßpraxis wurde aufgegeben, die einzelnen Stimmen
emanzipierten sich, solistisches Musizieren und aufkommendes Virtuosentum gingen
Hand in Hand mit einem Wandel der musikalischen Formen, der Satzbilder und ihren
Besetzungen.
Die Vollkommenheit der Vierstimmigkeit findet zwar schon bei Zarlino ihre Begründung
in der Harmonie der "vier Elemente" und wendet sich gegen die religiöse
Doktrin der Drei(einigkeit)stimmigkeit.
Doch erst das Streichquartett exemplifiziert die Würde der Vierstimmigkeit.
Mit den Meistern der Wiener Klassik, Haydn, Mozart und Beethoven hat sich das
Streichquartett als Gattung, als künstlerische Ausdruckswelt und als Bereich
vielfältiger kompositorischer Möglichkeiten etabliert. Die letzten
Quartette Ludwig van Beethovens gelten als der schöpferische Höhepunkt
der Kammermusik schlechthin
Christine Mitlehner
Zeichen 7065
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Mark Schulze Steinen lieferbar