Klaviertrio c-Moll op. 1 Nr. 3
Das c-moll-Trio wird gemeinhin als das bemerkenswerteste
von op. 1 angesehen. Der Moll-Charakter und der leidenschaftlichere Ausdruck
seiner Musik vermitteln eben dem Menschen eine Ahnung von tieferer Bedeutung,
die er den leichteren und humorvollen Schichten der Kunst nicht so ohne weiteres
zubilligt. Beethovens spätere Bearbeitung (1817) des Trios für Streichquintett
unterstreicht die Legitimität dieser Hochschätzung.
Wie sich später herausstellen wird, spielt die Tonart c-moll in Beethovens
Oeuvre eine signifikante Rolle (man denke an das 3. Klavierkonzert, die 5. Sinfonie,
die Klaviersonate "Pathétique" und andere Werke). Beethovens
Kompositionen in dieser Tonart haben ein besonderes emotionales Potential, welches
von den Zeitgenossen als "mächtig", "gewaltig" und
"ergreifend" aufgefasst wurde. Eine zweite Besonderheit des Trios,
die auf Beethovens spätere Arbeit hinweist, ist die thematische Vereinheitlichung
aller vier Sätze.Gleichzeitig sind Bezüge zu den vorangehenden Trios
zu erkennen, die dem op. 1 insgesamt das Gepräge eines Werkganzen geben.
Christine Mitlehner
Zeichen 4212
Lieferbar ist auch ein allgemeiner Text über die Entwicklung des Klaviertrios
bis zu Beethoven (Zeichen 5745)