Ludwig van Beethoven
(1770-1828)
Streichquartett a-moll op. 132
Seit etwa 1818 befand sich Beethoven aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes und der zunehmenden Ertaubung mehr und mehr im Zustand einer sozialen Isolation. Die fünf späten Streichquintette aus den Jahren 1822-1826 zeugen noch von unterbrochenem Schaffensdrang, können aber auch als Rückzug aus dem öffentlichen Leben interpretiert werden. Zwar erhielt der Komponist im November des Jahres 1822 von dem russischen Fürsten Nikolai Galitzin den Auftrag für "un, deux ou trois nouveaux quatuors", doch hatte Beethoven zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Komposition des Es-Dur-Quartetts op. 127 begonnen, das er aufgrund der Arbeit an seiner 9. Symphonie jedoch erst 1825 abschließen sollte. Noch bevor dieses Quartett beendet war, nahm Beethoven bereits die Komposition des Quartetts a-moll op. 132 in Angriff. Sie wurde im April des Jahres 1825 durch eine schwere Darmentzündung unterbrochen, aufgrund derer der Komponist die meiste Zeit des Sommers zur Kur in Baden verbrachte. Der programmatische Titel des dritten Satzes "Heiliger Dankgesang eines Genesenden") nimmt in ungewohnt direkter Weise auf die biographischen Umstände der Entstehung des a-moll-Quartetts Bezug.
Mark Schulze Steinen
Zeichen 6065
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine
Mitlehner lieferbar