Ludwig van Beethoven
(1770-1827)
Fantasie c-Moll
für Klavier, Chor und Orchester op. 80
Nehmt denn hin, ihr schönen Seelen
froh die Gaben schöner Kunst
Dieser Aufruf aus der Chorfantasie schien bei
seiner Erstaufführung an den Ausführenden wie den Zuhörern so
richtig vorbeigegangen zu sein, denn:
"Beethoven hat ein Konzert gegeben und durch sein Benehmen sich das ganze
Orchester zum Feind gemacht. Es war zu lang, weshalb sich auch nach der ersten
Hälfte die meisten Zuhörer nach und nach verloren", schrieb der
Komponist Sigismund Neukomm an den Verleger Kühnel und meinte die zeitlich
ausufernde Akademie mit Werken von Beethoven vom 22. Dezember 1808 im Theater
an der Wien. An diesem Abend erklangen die 5. und 6. Sinfonie, das 4. Klavierkonzert,
Teile aus der C-Dur Messe, die Arie "Ah! Perfido" und die Chorfantasie
mit dem Komponisten am Klavier.
Da Beethoven mit der Komposition nicht ganz fertig geworden war, hatte er bei
dieser Akademie die große Einleitung improvisiert. Er legte den Notentext
erst 1809/1810 fest; veröffentlicht wurde die Chorfantasie 1810 in London
(Partitur) und 1811 in Leipzig (Stimmen).
Christine Mitlehner
Zeichen 11324