Hermit
Songs op. 29
für Singstimme und Klavier
Die verhältnismäßig kurze Geschichte
der E-Musik der USA ist in Europa weitgehend unbekannt. Beachtung findet die
amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts hierzulande nur, wenn sie deutlich
avantgardistisch daherkommt: John Cage und - mit Verspätung - Charles Ives
erregten durch ihre Innovationskraft die Aufmerksamkeit der Alten Welt, ebenso
wie die amerikanische Stilrichtung der "Minimal Music", deren führende
Komponisten Terry Riley, Philipp Glass und Steve Reich zu Kult-Figuren avancierten.
Daß auch ein Musiker wie Samuel Barber
(1910-1981), der eher neo-romantisch komponierte, sich in Europa einer gewissen
Beliebtheit erfreut, verdankt er vor allem einem biographischen Umstand: Arturo
Toscanini dirigierte 1937 die Uraufführung seines Essay for Orchestra
und stellte das Adagio for Strings, Barbers berühmtestes Werk, auf
Tourneen vor.
Die Hermit Songs ("Einsiedler-Lieder") für
Singstimme und Klavier op. 29 entstanden 1952/53: ein Zyklus von zehn Liedern
nach irischen Texten anonymer Mönche und Gelehrter des 8. bis 13. Jahrhunderts.
Christian
Carlstedt
Zeichen 1918