Samuel Barber
( 1910-1981)

Hermit Songs op. 29
für Singstimme und Klavier


Die verhältnismäßig kurze Geschichte der E-Musik der USA ist in Europa weitgehend unbekannt. Beachtung findet die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts hierzulande nur, wenn sie deutlich avantgardistisch daherkommt: John Cage und - mit Verspätung - Charles Ives erregten durch ihre Innovationskraft die Aufmerksamkeit der Alten Welt, ebenso wie die amerikanische Stilrichtung der "Minimal Music", deren führende Komponisten Terry Riley, Philipp Glass und Steve Reich zu Kult-Figuren avancierten.
Daß auch ein Musiker wie Samuel Barber (1910-1981), der eher neo-romantisch komponierte, sich in Europa einer gewissen Beliebtheit erfreut, verdankt er vor allem einem biographischen Umstand: Arturo Toscanini dirigierte 1937 die Uraufführung seines Essay for Orchestra und stellte das Adagio for Strings, Barbers berühmtestes Werk, auf Tourneen vor.
Die Hermit Songs ("Einsiedler-Lieder") für Singstimme und Klavier op. 29 entstanden 1952/53: ein Zyklus von zehn Liedern nach irischen Texten anonymer Mönche und Gelehrter des 8. bis 13. Jahrhunderts.

Christian Carlstedt
Zeichen 1918
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