Konzert für Violine und Orchester Nr. 1
op. posth.
Béla Bartók vollendete sein 1.
Violinkonzert im Jahre 1908 (ein Jahr vor Arnold Schönbergs Fünf
Orchesterstücken). Der junge Komponist hatte es für die Geigerin
Stefi Geyer, in die er verliebt war, geschrieben. Diese Neigung blieb einseitig;
dennoch überließ Bartók ihr das Manuskript des Konzertes,
das sie nie spielte. Sie nahm es mit in die Schweiz, wo es erst am 30. Mai 1958,
zwei Jahre nach ihrem Tod, in Basel im Rahmen des Bartókfestes durch
Hansheinz Schneeberger unter der musikalischen Leitung von Paul Sacher uraufgeführt
wurde.
Als Bartók sein 1. Violinkonzert schrieb, waren sich viele zeitgenössische
Komponisten im Klaren, gegen den drohenden "Verkalkungsprozeß"
der Musik angehen zu müssen. Bartók suchte und fand seine Materialien
in den vielgestaltigen Skalen ungarischer, rumänischer, slowakischer, später
arabischer und türkischer Volksmusik.
Gleichzeitig kann man in Bartóks Werken eine starke Neigung zum Kontrapunkt
verfolgen, ganz besonders deutlich im 1. Satz des Violinkonzerts.
Christine Mitlehner
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