Belá Bartók
(1881-1945)
Streichquartett Nr. 6 Sz 114 (1939)
Die sechs Streichquartette von Béla Bartók
nehmen im Schaffen des Komponisten in doppelter Hinsicht einen zentralen Stellenwert
ein. Zunächst fällt ihre jeweilige Entstehungszeit mit entscheidenden
Etappen von Bartóks persönlicher und künstlerischer Biographie
zusammen. Die Ursprünge des ersten Streichquartetts reichen in das Jahr 1907
zurück, in welchem der Komponist eine Klavierprofessur an der Budapester
Musikhochschule übernahm; das zweite aus dem Jahr 1917 steht am Vorabend
der Uraufführung von Bartóks einziger Oper Herzog Blaubarts Burg.
Die Entstehung des dritten und vierten Streichquartetts fällt in die Zeit
von Bartóks Amerika-Debüt als Pianisten, dem ausgedehnte Konzertreisen
folgen sollten; das fünfte Quartett aus dem Jahr 1934 markiert das Ende seiner
Lehrtätigkeit am Budapester Konservatorium zugunsten intensiverer Volksmusik-Studien.
Sein letztes Streichquartett schrieb Bartók schliesslich unmittelbar vor
Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Emigration in die Vereinigten Staaten,
wo der Komponist am 26. September 1945 starb.
Mark Schulze Steinen
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