Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Sonate in G-Dur, BWV 1019
für Cembalo obligato und Violine
Gelehrt-Galant: Von diesem Begriffspaar hat seltsamerweise nur die Gelehrsamkeit
die Zeiten überlebt, die Galanterie scheint auf der Strecke geblieben zu
sein. Es ließe sich trefflich darüber spekulieren, warum das so ist
- doch zuvor wäre zu klären, was Galanterie im 18. Jahrhundert überhaupt
bedeutete.
Genau genommen war Galanterie kein Stil, sondern zunächst einmal eine kulturelle
Bewegung. Von Frankreich kommend, begann sie am Anfang des 18. Jahrhunderts
zunehmend die Kultur in Deutschland zu beeinflussen. Sie zielte auf die Verfeinerung
der Sitten, versuchte Geselligkeit und Lebensgenuß mit den herrschenden
Moralvorstellungen zu vereinen und richtete sich gegen überkommene Formen
enzyklopädisch-pedantischer Gelehrsamkeit. Das galante Ideal schlug sich
in allen Lebensbereichen nieder und erreichte nach der Literatur schließlich
auch die Musik.
Carsten Niemann
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