Johann Sebastian Bach
(1685-1750)

Konzert für Cembalo, Streicher und Basso continuo d-Moll, BWV 1052


In Bachs Leipziger Zeit entstanden aller Wahrscheinlichkeit nach seine 14 Konzerte für 1-4 Cembali (einschließlich des Fragments BWV 1059), womit er als Schöpfer des Klavierkonzertes angesehen werden kann. Das Besondere an der Erfindung dieser neuen Gattung ist jedoch, daß alle Cembalokonzerte (bis auf BWV 1061) Eigenbearbeitungen von Konzerten für Melodieinstrumente sind, deren Vorlagen uns zum Teil bekannt, zum Teil verschollen oder nur schwer rekonstruierbar sind.
Bachs Interesse, sich Werke anderer Komponisten anzueignen, ist nicht neu, hatte er doch schon in seiner Weimarer Hofmusikzeit Konzerte aus Vivaldis "L'estro armonico" für Cembalo und Orgel transkribiert. Er schrieb auch eigene Instrumentalkonzerte zu Instrumental- und Vokalsätzen innerhalb von Kirchensonaten um. Die Sorge um die eigene Originalität plagte Bach nicht, waren Transkriptionen doch gang und gäbe in der barocken Kompositionspraxis.

Christine Mitlehner
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