Sonate Nr. 5 f-Moll BWV 1018
für Violine und Cembalo
Johann Sebastian Bach, dessen Musik heute rund um den
Globus Verbreitung und vorbehaltlose Bewunderung findet, war gleich nach seinem
Tod sofort aus der Mode gekommen. Für seine "gelehrten" Werke
ging der nachfolgenden "galanten" Generation das Verständnis
ab, wie ein anonymes Zitat aus "Eschstruths Musicalischer Bibliothek"
(1785) beweist: "...grose Männer haben gezeigt, daß oft darin
der ware Ausdruk lige, was die Bachianer so heilig verbiten und für musicalische
Todsünden ausgeben. Daher dann das unerträgliche, steife, seelenlose,
schulrichtige, gezwungene, und holperichte, widersinnige, schwerfällige,
bis auf Mark und Knochen ausgefeilte, tode Wesen, das alle Bachische Sachen
so unverdaulich macht, so sehr sie auch zum Ueberflus mit sogenanter Harmoni
im haut gout gewürzt und zubereitet seyn mögen."
Bach - ein altmodischer Pedant!
Erst durch Mendelssohn, der die berühmte Wiederaufführung der "Matthäuspassion"
mit der Berliner Singakademie 1829 leitete, und die Romantiker mit ihrem Historismus
fand der von E.T.A. Hoffmann nun "tiefsinnig" und "geistreich"
genannte Musiker neue Beachtung und wachsende Würdigung. Bis heute hat
Bach, der je nach Arbeitsplatz und Aufgabenzuweisung eine Überfülle
von Werken aller Gattungen hinterließ, nichts an vitaler Ausstrahlungskraft
verloren.
Seine sechs "Sonaten für obligates Cembalo und Violine" entstanden
in Köthen, wo Bach von 1717 bis 1723 als Leiter der Hofkapelle des Fürsten
Leopold zu Anhalt-Köthen sich der weltlichen Instrumentalmusik zu widmen
hatte.
Es sind experimentelle, Maßstab setzende und und in die Zukunft weisende
Stücke...
Christine Mitlehner
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