Wer war

Johann Sebastian Bach?

...ein vier Jahre jüngerer Zeitgenosse Georg Philipp Telemanns, der mit seinem Tod sofort aus der Mode gekommen war und erst durch Mendelssohn (die berühmte Wiederaufführung der "Matthäuspassion" mit der Berliner Singakademie 1829) und die Epoche der Romantik neue Beachtung fand. Seit der Zeit aber überflügelte Bachs Ruhm den des Hamburger Meisters, mit dem er persönliche Kontakte (Telemann war Pate von Bachs Sohn C.Ph. Emanuel aus erster Ehe) und künstlerische Beziehungen (er kopierte und studierte Werke Telemanns und übernahm in Leipzig das von Telemann gegründete Collegium musicum) pflegte.
Das Universalgenie, dessen Musik heute rund um den Globus Verbreitung und vorbehaltlose Bewunderung gefunden hat, kam selbst nie aus dem thüringisch-sächsischen Umfeld heraus. Während von Telemann immerhin eine Reise nach Paris dokumentiert ist und Händel sich in Italien und England aufgehalten hat, kennen wir von Johann Sebastian Bach lediglich Fußmärsche nach Hamburg und Lübeck sowie zwei Aufwartungen bei Friedrich II. in Berlin.
Was jedoch die anderen nicht vorweisen konnten, war ein Stammbaum mit über 50 Musikern: Rats-, Stadt- und Hofmusikanten, Kantoren und Organisten, die den Landstrich seit dem Cisterspieler und Müller Veit Bach mit Musik versorgt hatten!

Christine Mitlehner
Zeichen 6497

Informationen zu musiktext.de